Frau Anni Hermann / Kulturreferentin des Bundes der Vertriebenen - Kreisverband Mannheim Stadt schreibt am 9./10. Mai 1987 im Mannheimer Morgen

 

„Nun gehören die Siebenbürgischen Kulturtage der Vergangenheit an, aber wer sie miterlebte und daran teilnahm, wird sie nicht so schnell vergessen. Es war schon beeindruckend mit welch großer Liebe und Sorgfalt die einzelnen Veranstaltungen, 14 an der Zahl, inszeniert und dargeboten wurden. Eine große Palette siebenbürgischen Alltagslebens und Kulturschaffens konnten wir erleben. Die Erlebnisgeneration, als auch die Jugend selbst mit ihren Trachtengruppen, Volkstanzgruppen und Spielscharen - und nicht zuletzt die einzelnen Kunstschaffenden, boten den Besuchern ein sehr anschauliches Bild ihrer Heimat. „Menschen ohne Heimat - Menschen ohne Vaterland“ stand in einem Brief zu lesen, den ein noch in Ostpreußen lebender Deutscher nach dem Westen sandte.

Deutsche, die in einer Heimat leben, die ihnen zur Fremde ward. Zur Fremde wurde auch den Siebenbürger Sachsen ihre alte Heimat in Rumänien. Auch sie erlebten das harte Schicksal aller völkischen Minderheiten der Welt. Nur schweren Herzens verließen sie ihr Land, um wenigstens hier noch eine Zukunft zu finden. Mit zähem Willen - unerschütterlicher Treue zu ihrem Volkstum und ihrer Kultur leisten sie heute - wie damals ihre Väter, Pionierarbeit beim Aufbau einer neuen Existenz. Sie haben sich uns in imponierender Weise vorgestellt - und viele unserer einheimischen Bürger werden nach dem Besuch dieser Kulturtage auch die Siebenbürger Sachsen schätzen gelernt haben. Und das ist gut so.

Wir sollten unseren Stadtvätern, voran unserem Oberbürgermeister Gerhard Widder sowie Frau Krauß vom Kulturamt und nicht zuletzt der Mannheimer Presse dankbar sein, dass sie uns durch diese Veranstaltung einen Einblick in das Volkstum der Siebenbürger Sachsen ermöglichten und deren Kulturtage ebenso förderten - wie die vorangegangenen ost- und südostdeutschen Kulturtage angefangen mit der Trachtenausstellung im Collini Center vom Bund der Vertriebenen. Das spricht für die Toleranz und Offenheit der Mannheimer Bürger.

Ein besonderer Dank, allen die zum Gelingen beigetragen haben in Liebe zur Heimat, möchte ich zwei Namen nennen: Vorsitzender Herr Wester und Frau Riffelt“.

 

 


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