Tag der Begegnung

von Susanne Weber

 

Die Siebenbürger Sachsen, Kreisgruppe Mannheim-Heidelberg veranstalteten in Zusammenarbeit mit der Ev. Friedensgemeinde Mannheim am Sonntag, dem 28. März 2004 zum 3-ten Mal einen " Tag der Begegnung" .Um 10:00 Uhr begann der Festgottesdienst in der Friedenskirche mit Dekan Hermann Schuller und dem Hausherrn Pfarrer Michael Batzoni, musikalisch unterstützt von Frau Elke Völker an der Orgel und dem Chor der Kath. St. Petergemeinde unter der Leitung von Peter Herrbold.

Zu diesem Anlass wählte Dekan Schuller für seine Predigt den Epheser Brief Kapitel 2, wo es unter anderem auch heißt "..ein offenes Haus, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, ein Haus wo wir nicht mehr Gäste und Fremdlinge sind, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen." Haben die Siebenbürger hier in Deutschland ein zu Hause gefunden? Zu Hause sein, nach Hause kommen bedeutet nicht nur ein Dach über dem Kopf haben, es ist vor allem das, was Gefühle ausmachen, so Herr Schuller. Dem gegenüber steht "zu Gast sein", "fremd sein", da fehlen die Beziehungen.

 

Die Friedenskirche mit ihren Räumen ist schon seit mehr als 20 Jahren ein Haus mit offenen Türen für die Siebenbürger Sachsen, ein Haus, wo wir als Christen keine Fremde sind sondern Freunde.

 

Nach dem Gottesdienst lud Pfarrer Batzoni zum gemütlichen Teil in den frühlingshaft dekorierten Gemeindesaal ein, wo der Vorstandsvorsitzende Hans Wester alle recht herzlich begrüßte. Es freute ihn und er dankte der Friedensgemeinde, dass der Tag der Begegnung zur Tradition geworden ist, und nach 1999 und 2001 nun zum dritten Mal stattfindet. Auch Herr Dieter Scheuermann, Vorsitzender des Ältestenkreises der Ev. Friedensgemeinde bestätigte, dass die Siebenbürger seit vielen Jahren sehr gut in der Gemeinde integriert seien. Sie hätten sich Sitten, Trachten und Gebräuche erhalten, die es hier auch gegeben hat, seit vielen Jahren aber verloren gegangen wären. Scheuermann bezeichnete die Siebenbürger als "großen Gewinn für uns alle".

 

Weiter verstärkt wurde die positive Stimmung durch zwei passend gewählte Gedichte von Rezitatorin Arnhild Lensch: "Heimat" und "Ja". Für das gemeinsame Mittagessen hatte der Vorstand bestens gesorgt. Es gab zur Auswahl ein Fleischgericht oder etwas Vegetarisches. An dieser Stelle sei vor allem Frau Batzoni und Frau und Herrn Wester recht herzlich gedankt, die alles so wunderbar organisiert haben, aber auch allen Helferinnen und Helfern, die ihnen tatkräftig zur Seite standen.

 

Mit seinem Vortrag "Was uns verbindet, was uns trennt" versuchte Dekan Schuller Berührungsängste mit der Ökumäne, die für viele Siebenbürger eine neue Erfahrung ist, abzubauen. Er wies auf Gemeinsamkeiten hin. Natürlich gibt es auch Trennendes, aber das muss nicht immer als negativ gesehen werden. Oft sind es beim genaueren Hinschauen nur äußerliche Formen, die verschieden sind. Was uns auf alle Fälle verbindet , ob nun Siebenbürger Sachsen ob Einheimische, ob Protestanten, Katholiken oder Ortodoxen ist: das Glaubensbekenntnis, das Vaterunser und die Bibel.

Umrahmt wurde der Vortrag mit Musik , interpretiert von Brigitte Jonas am Klavier. Mit viel Gefühl und Hingabe spielte die gebürtige Banaterin zwei Stücke:-Ludwig van Beethoven-Sonate Nr. 8, C-moll Opus 13 "Pathetiqe" und Franz Schubert - Impromtu Nr. 2 in As-dur Opus 142. Bei Kaffee und Kuchen, der von dem Siebenbürger Frauenkreis gespendet wurde, gab es Gelegenheit zu Gesprächen und Begegnungen. Mit einer Versteigerung von Kunstwerken und Gemälden für einen guten Zweck fand die Veranstaltung dann ihren Abschluss.

"Begegnung ist alles", hatte Herr Schuller Martin Bube zitiert. Begegnung ist wichtig und bedeutet immer eine Bereicherung. Und das, war es sicher auch für den Jungen Simon Scherrenbacher, der für die lokale Presse einen Artikel geschrieben hat. "Wer sind die Siebenbürger Sachsen überhaupt?" hatte er gefragt. An diesem Sonntag hat nicht nur er, sondern auch alle Leser der lokalen Presse einiges über die Siebenbürger erfahren können.
Ein großes Lob geht an alle, die dieses Fest organisiert und gestaltet haben, aber auch an alle Freunde, die Interesse gezeigt und den Tag der Begegnung wahrgenommen haben.

 

 


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