der Mannheimer Morgen schrieb am 02.04.2004

 

Eine neue Heimat gefunden -

"Tag der Begegnung" der Siebenbürger Sachsen in der Friedensgemeinde

 

Hans Wester, Vorsitzender der Siebenbürger Sachsen in Mannheim und Heidelberg, freute sich, dass der "Tag der Begegnung" Tradition geworden ist: Bereits zum dritten Mal nach 1999 und 2001 traf sich die Kreisgruppe in der Friedensgemeinde.

Ein Festgottesdienst mit Dekan Hermann Schuller und Pfarrer Michael Batzoni leitete die Veranstaltung ein, musikalisch unterstützt vom Chor der St. Peter-Gemeinde unter der Leitung von Peter Herrbold. Siebenbürger-Vorstandsmitglied Hermann Schuller erklärte am Beispiel des Epheser-Briefs, dass, wo Christen leben, es keine Gäste und Fremdlinge gibt, sondern nur Freunde. Damit bezog er sich auf die Situation vieler Siebenbürger Sachsen, die vor allem nach 1989 fast vollständig aus ihrer rumänischen Heimat auswanderten. Genau genommen müsste man jedoch von einer Rückkehr sprechen, stammen die Siebenbürger doch ursprünglich aus Deutschland.

In den über 850 Jahren, in denen sie auf dem Gebiet des heutigen Rumänien lebten, haben sich die Siebenbürger jedoch ihre deutsche Sprache und Kultur vollständig bewahrt. Dörfer und Landschaft würden wie in der Pfalz aussehen, erzählt Schuller. Die Pflege der Tradition und die Bewahrung der Werte seien hilfreich für das Miteinander, so Schuller, der sein Abitur in Rumänien auf Deutsch abgelegt hat. Trotz der heutzutage zunehmenden Individualität und Heimatlosigkeit hätten viele Siebenbürger eine neue Heimat in einer offenen und freundlichen Gesellschaft gefunden.

Dieter Scheuermann, Vorsitzender des Ältestenkreises in der Friedensgemeinde, bestätigte, dass die Siebenbürger seit mehreren Jahren sehr gut in der Gemeinde integriert seien. Sie hätten sich Sitten, Trachten und Gebräuche erhalten, die bei uns verloren gegangen wären, so Scheuermann, und bezeichnete die Siebenbürger als "großen Gewinn für uns alle".

Weiter verstärkt wurde die positive Stimmung durch zwei passend gewählte Gedichte von Rezitatorin Arnhild Lensch. Nach dem gemeinsamen Mittagessen versuchte Hermann Schuller mit einem Vortrag unter dem Titel "Was uns verbindet, was uns trennt" Berührungsängste mit der Ökumene, die für viele Siebenbürger eine neue Erfahrung ist, abzubauen. Umrahmt wurde der Vortrag mit Musik von Beethoven und Schubert, interpretiert von Brigitte Jonas am Klavier. Bei Kaffee und Kuchen und einer Versteigerung von Kunstwerken und Gemälden für einen guten Zweck fand die Veranstaltung dann ihren Abschluss.
 

von Simon Scherrenbacher

                      


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