Siebenbürgische Zeitung am 15.11.2004

 

Dia- Audiovision „Wien - ein Bilderbuch“

 

Die besonders von Heidelberger Landsleuten gern besuchten Vorträge locken zweimal jährlich nicht nur Siebenbürger, sondern oft auch willkommene Banater Schwaben ins Hermann-Maas-Haus in Heidelberg-Kirchheim. Auch am 9. Oktober begrüßte Hans Wester den Vorsitzenden der Banater Kreisgruppe Oskar Ferch mit Gattin, waren doch deren Tochter Brigitte und Schwiegersohn Peter Jonas die Vortragenden der Diaschau in Überblendtechnik.

Die beiden Referenten – die Klavierlehrerin aus Reschitz und der aus Kronstadt gebürtige Deutschlehrer – brachten in über 450 Dias und gut zweistündigen Erläuterungen ihre Liebe zur Donaumetropole zum Ausdruck, so auch in ihrem Untertitel „Reminiszenz, Hommage, Nostalgie“. Im ersten Teil brachten sie Auszüge aus der Stadtgeschichte und erinnerten, dass Wien bis zum Ende des Ersten Weltkrieges das Herz der osterreich-ungarischen Doppelmonarchie war und Residenzstadt der Habsburger, deren Herrschaft über den Vielvölkerstaat fast 650 Jahre lang dauerte. Der Fall des Eisernen Vorhangs im Herbst 1989 verhalf der seit jeher beliebten Donaumetropole zur Rückkehr aus einer Randlage Westeuropas in den Mittelpunkt Gesamteuropas. Die Donau fließt gleich vierfach durch Wien: als Hauptstrom, als Neue Donau (Entlastungsrinne als Hochwasserschutz), als Donaukanal (Regulierung eines Seitenarmes) und als Alte Donau (Reste strömungsloser Arme im Norden der Stadt).

Es folgten Dias mit imposanten Bauten, die Wien als überwältigende Kulisse geschichtlich gewachsener Baustile zeigten: im Mittelpunkt der Stephansdom, das Wahrzeichen Wiens, als repräsentativstes gotisches Bauwerk Österreichs mit dem liebevoll „Steffl“ genannten 136 m hohen Südturm. Die Hofburg, das Zentrum der imperialen Macht, stammt ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert und wurde von den Habsburgern in 6 Jahrhunderten zu einer „Stadt in der Stadt“ erweitert. Gezeigt und erläutert wurden weitere Prachtbauten, wie die Schlösser Belvedere und Schönbrunn, das Burgtheater, Jugendstilbauten und andere Fassaden, aber auch Denkmäler, und dazu hörten wir Auszüge aus Werken von Goethe, Schiller, Lessing, Lenau, Werfel, Raimund und Grillparzer.

In der Pause ließ man sich den von Anni Wester, Brigitte Mosberger und Renate König gebrachten Kaffee und Kuchen bei angeregten Gesprächen gut schmecken. Im zweiten Teil der überaus interessanten Dia-Audiovision wurde eine Reihe Wiener Kirchen, Museen und Kunstgalerien gezeigt. Es folgten die für Wien typischen Kaffeehäuser, die Fiaker, der Prater, das Vienna International Centre und schließlich der Wiener Zentralfriedhof mit Ehrengräbern und Denkmälern bedeutender Musiker, Schriftsteller, Schauspieler, Maler, Wissenschaftler und Politiker. Dazu kamen Auszüge aus Werken Wiener Komponisten zu Gehör: J. Haydn, W. A. Mozart, L. van Beethoven, F. Schubert, J. Brahms, Familie Strauß, F. Lehár und A. Bruckner. Die hervorragende Dia-Audiovision von Brigitte und Peter Jonas enthielt auch eine Widmung dem unvergessenen Schauspieler Hans Moser, dessen Originalstimme auch zu Gehör kam.

Den beiden Referenten dankte Hans Wester mit einer kleinen Aufmerksamkeit für die anregenden Stunden und die Gäste spendeten begeistert Beifall.
 

von Ilse Rampelt

 


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