Siebenbürgische Zeitung am 31.10.2005

 

Erntedankfeier und Mitgliederversammlung der

Kreisgruppe Mannheim-Heidelberg

von Susanne Weber

Neuer Vorsitzender in Mannheim gewählt: Hans-Holger Rampelt ist zum neuen Vorsitzenden der Kreisgruppe Mannheim-Heidelberg gewählt worden und tritt damit die Nachfolge von Hans Wester an.

Am Sonntag, dem 2. Oktober 2005, fand im Saal der Evangelischen Friedenskirche Mannheim, die Erntedankfeier und die Mitgliederversammlung der Kreisgruppe Mannheim-Heidelberg statt. Die reich dekorierten Körbe mit den Früchten des Feldes (des Gartens, viel aus eigenem Anbau) und die wunderschön herbstlich geschmückten Tische stimmten die Gäste auf das Fest ein.

Vorstandsvorsitzender Hans Wester begrüßte die Landsleute zum Erntedankfest, eines der ältesten Feste nach der Reformation. Es sei ein Fest des Dankes für die Gaben der Schöpfung, ein Fest , das aber auch Einhalt und Besinnung gebiete auf all das, was uns geschenkt sei, nicht nur für unser leibliches Wohl, sondern auch für unseren Geist, unsere Seele, unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Mit dem Gedicht „Herbstlied“ von Friedrich Hebbel übergab er dann an Frau Roswitha Batzoni, die stellvertretend für Pfarrer Batzoni den besinnlichen Teil übernommen hatte. Sie hat es wunderbar gemacht und verdient ein großes Lob. „Aller Augen warten auf dich Herr, und du gibst ihnen Speise“, lautete der Spruch zum Erntedank. Mit einer passenden Geschichte von einer armen Mutter und ihren sechs Kindern wurden wir zum Nachdenken und zur Besinnung angeregt. Ist es selbstverständlich, dass wir heute alles haben können? Müssen wir dafür nicht auch etwas tun? Sind wir nicht verpflichtet zu danken und die Hände zu falten und zu beten, so wie es die armen Kinder und ihre Mutter aus der Geschichte getan haben? Ein Gebet und zwei Lieder: „Lobe den Herrn“ und „Du meine Seele singe“ umrahmten den besinnlichen Teil.

Etwas heiterer ging es dann weiter mit dem Gedicht „Ein Kürbis spricht“, vorgetragen von Frau Batzoni und dem Beitrag von Susanne Weber: „Herbst“ und „Der geizige Bauer“. Für ihren musikalischen Beitrag, die Lieder „Der Bäsch wid giel“ und „Des Feldes Blomen“, ernteten die Geschwister Maria Göllner und Susanne Weber viel Applaus.

Nach einem gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen folgte die Mitgliederversammlung. Aus dem Bericht des Vorstandsvorsitzenden ging hervor, dass auch im letzten Jahr viele Veranstaltungen stattgefunden haben und auch sehr erfolgreich waren: Feiern, Bälle, Vorträge, Reisen, Wandertage, Begegnungen. In einer Schweigeminute wurde der Toten gedacht. Nach dem Bericht der Kassiererin machte Herr Krauss den Vorschlag, den alten Vorstand zu entlasten.

In einem kurzen Rückblick und am Ende seiner 30-jährigen ehrenamtlichen Tätigkeit in der Kreisgruppe Mannheim-Heidelberg hob Hans Wester hervor, dass auch heute im Jahr 2005 noch viele Landsleute abseits unserer Gemeinschaft stehen. Wörtlich sagte er:

„Daher appelliere ich an alle, die noch nicht Mitglied in unserem Verband sind, geben Sie sich einen Ruck und treten Sie der Gemeinschaft bei, die sich in Deutschland über fünf Jahrzehnte bewährt hat, die sich für unsere Interessen eingesetzt hat und einsetzt, die es ermöglicht hat – dass wir hier in Deutschland eine neue Heimat finden durften und unsere Identität nicht Preis geben mussten. Sie liebe Landsleute, die Sie ja selbst Mitglied sind, bitte reden Sie mit Ihren Freunden, Bekannten und Verwandten, damit Sie dieser unserer Gemeinschaft beitreten. Denn nur gemeinsam sind wir stark, das war in der Vergangenheit so, das ist heute noch so.

Mit unserem Brauchtum und unseren zahlreichen traditionellen und kulturellen Veranstaltungen, die durch die Auftritte und Darbietungen der Kreisgruppen der Öffentlichkeit vermittelt werden, tragen auch wir Siebenbürger Sachsen zum Gesamtbild der deutschen Kulturlandschaft bei. Daher lohnt es sich, für diese Werte, die uns über einen langen Zeitraum geprägt haben und somit ein fester Bestandteil für unsere Zusammenarbeit sind, einzutreten. Die Pflege kultureller Traditionen, die eine wichtige Aufgabe für uns alle geworden ist, ist nur möglich, wenn wir auch zahlenmäßig eine starke Gemeinschaft darstellen“.

Weiter sagte er: „ .... zu der erfolgreichen Arbeit in der Kreisgruppe Mannheim-Heidelberg haben im Laufe meiner landsmannschaftlichen Tätigkeit viele ehrenamtlich tätige Landsleute, Mitglieder sowie Vorstands­mitglieder ganz wesentlich dazu beigetragen. Ohne Sie wäre das alles nicht möglich gewesen. Daher gilt mein besonderer Dank Ihnen liebe Landsleute, für das Vertrauen das Sie uns, mir geschenkt haben, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Mithilfe und Unterstützung, meinen Vorstandskolleginnen und –Kollegen für die gute Zusammenarbeit. Ganz besonders danke ich meiner Frau, die mich in all den Jahren unterstützt hat und immer Verständnis für meine ehrenamtliche Tätigkeit hatte. Herzlichen Dank an Sie und Ihre Familien“.

Zur Wahl des neuen Vorsitzenden sagte Herr Wester: „…Da ich immer bemüht war einen kompetenten Nachfolger zu finden, freue ich mich ganz besonders, dass Hans-Holger Rampelt, der wie bekannt schon 12 Jahre mein Stellvertreter war, nun mein Nachfolger wird. Lieber Hans ich gratuliere Dir ganz herzlich zu dem neuen Amt und wünsche Dir eine glückliche Hand bei der Bewältigung der bevorstehenden Arbeit, die Du bestimmt in aller unserem Sinne weiterführen wirst, und von Herzen alles Gute. Weiter wünsche ich Dir und Deiner Ilse für die Zukunft Gesundheit und viele Freunde.“


 

 

In seiner Antrittsrede dankte der neue Vorsitzende für das Vertrauen, das ihm entgegengebracht wurde und meinte: er übernehme ein Amt, in dem Hans Wester völlig aufgegangen sei. Einige Höhepunkte seiner Amtszeit seien hier erwähnt: die Paketaktion in den 80er Jahren für die Landsleute in Siebenbürgen, die Kulturtage der Siebenbürger Sachsen in Mannheim, Tage der Begegnung zu Jubiläen der Landsmannschaft, die Einrichtung einer Bauernstube, die Aufführung des Mundartstückes „Äm Ihr uch Gläck“ und nicht zuletzt die Jubiläumsfeier „50 Jahre Kreisgruppe Mannheim-Heidelberg“, zu deren Anlass eine sehr gut gelungene Festschrift herausgebracht wurde.

Ja, und dass man von der Vogelstang nach Feudenheim über die „Siebenbürger Straße“ fährt, dafür hat sich auch Hans Wester eingesetzt. Als Dank und Anerkennung für seine Leistungen wurde er mit dem Silbernen und Goldenen Ehrenwappen und mit einer Sonderurkunde geehrt. H. Rampelt erwähnte auch, dass H. Wester zum Ehrenvorsitzenden der Kreisgruppe gewählt wurde und dass Herr Mrass beantragt hat, ihm das Verdienstkreuz des Landes Baden-Württemberg zu verleihen. Auch Pfarrer Batzoni würdigte den unermüdlichen Einsatz von Hans Wester, und seiner Frau Anni; sie seien ein Vorbild und hoffe, dass sie nun nicht den Hut an den Nagel hängen, sondern weiterhin mit gutem Rat zur Verfügung stehen. Dem neuen Vorsitzenden gab er die Zusicherung, dass der Vorstand, aber auch er als Pfarrer, ihn in seiner Arbeit unterstützen werde.

Nachdem Frau Batzoni den nächsten Frauennachmittag angekündigt hatte(17.10.05, um 15.30 Uhr) wurde zum berühmten Schmalzbrot mit roten Zwiebeln und zu einem Glas Wein eingeladen.

Danke, danke an Hans und Anni Wester und an alle, die das Fest vorbereitet und mit gestaltet haben. dem Neuen Vorsitzenden, Hans Rampelt wünschen wir alles Gute, Gesundheit, Kraft und Gottes Segen.

                      


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