„Situation der siebenbürgischen Heimatkirche“

Vortrag mit Herrn Dekan i. R. Hermann Schuller

 

von Christa Otters

Zum Vortrag in Wort und Bild über die „Situation der siebenbürgischen Heimatkirche“ am 2. April 2006 im Saal der Friedensgemeinde in Mannheim, gestaltet von Herrn Dekan i. R. Hermann Schuller, hatte der Vorstand der Kreisgruppe Mannheim-Heidelberg eingeladen. Der Vorsitzende Hans Rampelt begrüßte Herrn Dekan Hermann Schuller, den Ehrenvorsitzenden Johann Wester mit Gattin, Herrn Pfarrer Michael Batzoni mit Gattin sowie alle Gäste und Landsleute.

Herr Dekan Schuller sprach zu Beginn des Vortrages ein paar einleitende Worte: Wenn die Rede von der „Kirche der Siebenbürger Sachsen“ ist, so fällt die Bezeichnung A. B., Abkürzung für Augsburgisches Bekenntnis, auf. Als Richtschnur des Glaubens hatte die geistliche Synode in Mediasch im Jahr 1572 das Augsburgische Bekenntnis angenommen, das von Philipp Melanchthon und den anderen Reformatoren 1530 dem Reichstag in Augsburg vorgelegt worden war. Ein wesentliches Merkmal ist, dass die Amtssprache der Kirche seit der Durchführung der Reformation Deutsch ist. Schon immer standen die Siebenbürger Sachsen in einer engen Verbindung zu ihrer Kirche, wobei Kirche nicht als Gebäude, sondern als Gemeinde, wo das Wort Gottes verkündigt wird, zu verstehen ist.

In Rumänien leben zurzeit noch 14.460 evangelische Christen. Bedingt durch die zahlenmäßige Schrumpfung der Gemeinden, musste der geistliche Dienst neu organisiert werden. Die Gottesdienste werden regelmäßig gehalten, wobei oft Gemeindeglieder aus mehreren Ortschaften zum Gottesdienst versammelt werden. In den siebenbürgischen Gemeinden verkündigen vorwiegend junge Pfarrer und Pfarrerinnen das Wort Gottes.

 

 

Martinsdorf

 

 

 Ihr diakonischer Dienst in kleinen und kleinsten Gemeinden ist ganz wichtig. Auch die neu entstandenen Altenheime bilden Inseln, von denen viel Segen ausgeht. Herr Schuller zeigte Aufnahmen von Altersheimen (Hermannstadt und Scholten), wo die Heimbewohner sehr gut untergebracht sind.

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Altenheim in Scholten
 

 

Altenheim Carl Wolff in Hermannstadt

 

Die Kirche setzt „Zeichen der Hoffnung“ und ist es wert, unterstützt zu werden. Die Evangelisch-theologische Fakultät in Siebenbürgen, die Anfang 1949 ins Leben gerufen wurde, hat bis in die heutige Zeit eine große Bedeutung und eine besondere Position im ökumenischen Dialog. Bevor die Evangelische Fakultät gegründet wurde, studierten die Theologen vor allem an deutschen Universitäten. 1955 übersiedelte die Evangelische Fakultät von Klausenburg nach Hermannstadt. Eine mögliche Eingliederung der Fakultät in die Hermannstädter Universität wird erwogen.
 


Theologiefakultät in Hermannstadt


Herr Dekan Schuller sprach auch von seinen jährlichen Besuchen zahlreicher Gemeinden in Siebenbürgen und seinem Gottesdienst in Martinsdorf. Mit der technischen Unterstützung unseres Vorstandsmitglieds Herrn Jürgen Liess zeigte Pfarrer Schuller Aufnahmen von Kirchen und Gebäuden, die er in den letzten Jahren besucht hat. Auch von Hermannstadt zeigte er viele Aufnahmen u. a. von der Stadtpfarrkirche, die in der Mitte des 14. Jahrhunderts auf den Ruinen einer romanischen Basilika aufgebaut und im Jahre 1520 fertiggestellt wurde. Hermannstadt soll 2007 zusammen mit Luxemburg europäische Kulturhauptstadt werden. Das historische Zentrum der Stadt mit dem Großen Ring wird zurzeit renoviert. Auch von der evangelischen Kirche in Mediasch (die 1482 fertiggestellt wurde) und dem Geburtshaus (mit Gedenktafel) von Stephan Ludwig Roth konnten schöne Aufnahmen betrachtet werden. Kuchen.
 


Geburtshaus von Stephan Ludwig Roth in Mediasch

 

Im Anschluss an die Bilder von Schäßburg konnten sich die Gäste mit Kaffee und Kuchen stärken und das Thema in anregenden Gesprächen vertiefen.

 

Schäßburg

 

Nach der Pause berichtete Herr Dekan Schuller von seinen Besuchen in Frauendorf, Martinsdorf, Mardisch, Rosch, Arbegen (Herrn Schullers Heimatort), Scholten, Absdorf und Kleinschelken.

 

Frauendorf

 

Arbegen

 

  

Kleinschelken                                             Martinsdorf

 

In den meisten dieser Ortschaften, berichtete er, seien die Kirchen in gutem Zustand. Es gibt aber leider auch Gemeinden, z. B. Mardisch und Rosch, wo die Kirchengebäude in einem bedauerlichen Zustand sind und nur noch wenige Leute in den Gemeinden wohnen.

 

   

Mardisch                                                       Rosch

 

Die vielen Fragen, die von den Landsleuten am Ende des Vortrages gestellt wurden, zeigten das rege Interesse der Zuhörer. Es war ein gelungener Vortragsnachmittag. Der Vorsitzende Hans Rampelt dankte Herrn Dekan Schuller für den interessanten Vortrag, Herrn Jürgen Liess für den technischen Beistand und auch den Mitarbeiterinnen, die wieder bereit waren, zur Gestaltung eines schönen Nachmittags beizutragen. Die vielen Fragen, die von den Landsleuten am Ende des Vortrages gestellt wurden, zeigten das rege Interesse der Zuhörer. Es war ein gelungener Vortragsnachmittag. Der Vorsitzende Hans Rampelt dankte Herrn Dekan Schuller für den interessanten Vortrag, Herrn Jürgen Liess für den technischen Beistand und auch den Mitarbeiterinnen, die wieder bereit waren, zur Gestaltung eines schönen Nachmittags beizutragen.

                      


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