Im Mannheimer Morgen vom 5.12.2008 wird berichtet:

Siebenbürger Sachsen bereichern Museum im Rathaus

 

Trat einst in Siebenbürgen eine junge Braut vor den Altar, so trug sie ihre farbenfrohe Mädchentracht mit der traditionellen Kopfbedeckung. Noch am Hochzeitstag wurde dieser Kopfschmuck dann durch eine Haube und einen kunstvoll geschlungenen Schleier ersetzt und die Mädchentracht für immer abgelegt. Von nun an trug sie bei festlichen Anlässen, vor allem aber bei Gottesdienstbesuchen die Tracht der Frauen, die für den jeweiligen Landstrich typisch war, und mit zunehmendem Alter einen speziellen Umhang und ein Kopftuch. Einige Beispiele dieser prächtigen Festtrachten, aber auch andere charakteristische Kleidungsstücke wurden für die Ausstellung "Deutsche Kultur in Siebenbürgen" zusammengetragen und bilden einen Mittelpunkt des neuen Museums, das im ehemaligen Archiv des Rathauses beherbergt ist.

In den vergangenen Jahren wurden die Exponate bereits in zahlreichen Wanderausstellungen der Öffentlichkeit vorgestellt, dann jedoch wieder verpackt und verstaut. Um Tradition und Brauchtum nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, waren die Mitglieder des Verbandes der Siebenbürger Sachsen aus der Kreisgruppe Mannheim-Heidelberg seit nunmehr zwei Jahrzehnten auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten für ein entsprechendes Museum. Auf Betreiben von Altstadtrat Christian Helmut Wetzel stellte die Stadt Mannheim schließlich die drei freien Räume im 2. Obergeschoss des Rathauses an der Rheingoldstraße zur Verfügung. Allerdings musste diesen erst einmal mit viel Mühe, Ausdauer und Geschick ein neues Gesicht verliehen werden. Über Monate hinweg wurden sie in unermüdlicher Eigeninitiative restauriert und bieten nun einen schönen Rahmen für die zahlreichen Exponate.

Liebevoll und detailgetreu arrangiert legen diese nun Zeugnis davon ab, mit welcher Hingabe die Menschen in Siebenbürgen ihr Zuhause schmückten, welch tiefe Verbundenheit zur Kirche sie in ihrer festlichen Kleidung zum Ausdruck brachten und mit welcher Fertigkeit traditionelles Handwerk betrieben wurde. Gegenstände, die einen festen Platz im Leben und im Alltag ihrer Vorfahren hatten und die noch die Kindheit der heutigen Mitglieder prägten. In zahlreichen Aufzeichnungen erhält der Besucher interessante Informationen über die Geschichte der Siebenbürgen Sachsen und kann anhand zahlreicher Fotos einen Eindruck von den mächtigen Wehrburgen und Kirchenbauwerken bekommen, die vielerorts das Landschaftsbild dominieren. Bauwerke, die teilweise in der Liste der Weltkulturerben zu finden sind.



von links: Hans-Holger Rampelt, Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz, Johann Wester.

 

"Als neuen Ort von Heimat in der Stadt" bezeichnete Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz das "neue, kleine Museum" in seiner Rede anlässlich der Ausstellungseröffnung. Als Schirmherr des Projektes hob er hervor, dass hier einerseits Kultur gepflegt würde, und diese gleichzeitig der Bevölkerung vorgestellt werden könne. …. Den musikalischen Rahmen bildeten die volkstümlichen Klänge des Karpatenorchesters aus Heilbronn.

 


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