Gut besuchter Vortrag über Viktor Roth

von Ilse Rampelt

 

Am Samstag, dem 28. März 2009, hielt Herr Wolfgang Kristoffy einen interessanten Vortrag über das Leben und Schaffen des siebenbürgischen Lehrers, Pfarrers und Geisteswissenschaftlers Viktor Roth, der sein Großvater mütterlicherseits war. Dazu zeigte Herr Prof. Heinz Acker passende Fotos und Urkunden.
Ein besonderes Anliegen war ihm die Richtigstellung der biografischer Daten, die im Lexikon der Siebenbürger Sachsen fehlerhaft angegeben sind. Viktor Roth (1874-1936) studierte Germanistik, Latein und Theologie in Tübingen, Halle, Erlangen und Klausenburg und wirkte als Schulmann in Großschenk und Mühlbach und danach als Pfarrer in Großlasseln, Hermannstadt und Mühlbach.

Dank seiner grundlegenden wissenschaftlichen Arbeiten gilt Viktor Roth als ein bedeutender Wissenschaftler der Siebenbürger Sachsen. Vor allem der Kunstgeschichte seiner siebenbürgischen Heimat galten Roths forscherische Bemühungen, wie z.B. die Werke über die deutsche Baukunst in Siebenbürgen, siebenbürgische Altäre und Kunstdenkmäler aus siebenbürgischen Kirchen, aber auch eine Monografie über den siebenbürgischen Maler Fritz Schullerus und zahlreiche weitere Veröffentlichungen in deutscher, ungarischer und rumänischer Sprache. Sein vielseitiges Wirken und Schaffen brachten ihm 1921 die Ehrendoktorwürde der Wiener Universität ein, und 1926 wurde er zum Korrespondierenden Mitglied der Rumänischen Akademie gewählt.

Nach der Pause mit anregenden Gesprächen bei Kaffee und Kuchen erzählte Herr Krasser von seinen Erinnerungen an den Stadtpfarrer Dr. Viktor Roth, bei dessen Tod auch die jungen Schüler wie er schwarzen Flor trugen. Danach sprach Herr Kristoffy über den siebenbürgischen Pfarrerroman „Andreas Waldhütter“ von Viktor Roth, den sein Verfasser als Manuskript hinterlassen hatte und um dessen Veröffentlichung der Enkel sich verdient gemacht hat. Herr Kristoffy las einige Passagen aus dem Roman, der den Pfarrerstand von einst beschreibt, der „auch fürs Lehramt vorgebildet, zum Teil unsere geschichtlich-volkskundliche Wissenschaft getragen hat“, wie Harald Krasser es 1974 formulierte.

Joachim Wittstock, der das Manuskript bearbeitete und herausgab, lobt „die Fülle der Beobachtungen und Erfahrungen aus dem Leben auf der Landgemeinde und aus dem Naturgeschehen in den Karpaten“.

                      


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