Kultur, Natur und vieles mehr

von Susanne Weber

Eine kleine Reisegruppe der Kreisgruppe Mannheim-Heidelberg unternahm ab Montag, 29. Juni, eine 7-tägige Reise nach Thüringen. Unser Ziel war Bad Liebenstein. Doch vorher besichtigten wir die Residenz- und Automobilstadt Eisenach mit ihrem Wahrzeichen der Wartburg – Nationaldenkmal und Weltkulturerbe. Stolz thront sie auf dem Berg und ist von weitem zu erkennen. Während der Führung erfuhren wir Interessantes über das Mittelalter, das Leben und Wirken der heiligen Elisabeth und über Martin Luther. Der original erhaltene Wohn- und Arbeitsort des Reformators Martin Luther, der hier als Junker Jörg im Schutze der Burg das Neue Testament übersetzte, war etwas Besonderes. Zu den Sehenswürdigkeiten Eisenachs gehören auch das Lutherhaus mit den zwei Dauerausstellungen: “Martin Luther neu entdecken“ und „Eine Zeitreise durch die Geschichte des evangelischen Pfarrhauses“.

Im Bachhaus erlebten wir einen Musikvortrag, bei dem live auf Instrumenten aus der Bach-Zeit musiziert wurde – ein wahrer Genuss. Noch einen kurzer Blick auf das Lutherdenkmal und die Nikolai-Kirche und dann ging es weiter nach Bad Liebenstein ins Hotel Herzog Georg, das nun eine Woche lang unser Zuhause war. Wir waren beeindruckt von den schönen geräumigen Zimmern und dem angenehmen Ambiente. Nach dem Abendessen erkundeten wir Bad Liebenstein, das älteste Heilbad Thüringens am Südwesthang des Thüringer Waldes nahe dem Rennsteig. Von den vielen restaurierten Fachwerkhäusern ist das Postamt eines der schönsten, erbaut 1895 im hennebergischem Fachwerkstil.

Von Bad Liebenstein ging es jeden Morgen nach dem Frühstück einem neuen Ziel entgegen. Dabei hat Hans Rampelt alles gut durchdacht und geplant, so dass Stadtbesichtigungen und Wanderungen in der Natur sich abwechselten. Erfurt, die Hauptstadt Thüringens, konnte beides bieten. Während einer zweistündigen Stadtführung zu Fuß erlebten wir einen der besterhaltenen mittelalterlichen Stadtkerne Deutschlands, von Patrizier- und liebevoll rekonstruierten Fachwerkhäusern geprägt und vom monumentalen Mariendom und der Severikirche überragt. Als wirtschaftliches und kulturelles Zentrum zog Erfurt in seiner über 1200 alten Geschichte viele Persönlichkeiten wie Martin Luther, J.W. von Goethe und sogar Napoleon an. Einmalig in Europa ist die „Krämerbrücke“ - mit 120 m die längste bebaute und bewohnte Brücke.

Nach so viel Kultur gönnten wir uns am Nachmittag ein Bad im Blumenmeer – in einem der schönsten und größten Freizeit- und Erholungsparks Deutschlands, dem „egapark“. Wir bewunderten das größte ornamental bepflanzte Blumenbeet Europas, den Rosengarten, den japanischen Garten. Manche zog es in das Schmetterlingshaus, auf den Aussichtsturm oder kühlten ihre Beine beim Wassertreten. Leider mussten wir weiter, heim zum Abendessen. Wer meint, dass wir genug von dem Tag hatten, irrt sich. Für einen Besuch im Keltenbad Bad Salzungen waren fast alle zu haben.

Am Mittwoch hieß es Wanderschuhe anziehen und Regenjacke einpacken. Zuerst ging es mit dem Auto zum Trusetaler Wasserfall mit der Kugelmühle, dann in das nahe gelegene Besucherbergwerk „Hühn“. Während einer 60 Minuten langen bergmännisch und humorvollen Führung im unter Tage liegenden Stollen, erhielten wir eindrucksvollen Einblick in die Geschichte der Spatgewinnung, waren dann aber froh, wieder frische Luft atmen zu können und den Sonnenschein zu genießen. Was wäre der Thüringer Wald ohne seinen „Rennsteig“. Gut gelaunt machten wir uns auf den Weg. Unser Ziel: der „Große Inselsberg“ oder besser gesagt: der Weg war das Ziel. Die es bis ganz hinauf geschafft hatten, wurden mit einer wunderbaren Aussicht belohnt. In weiter Ferne erblickten wir die Sprungschanzen von Oberhof und ahnten nicht, dass wir an einem der nächsten Tage tatsächlich davor stehen würden - herrlich!

Weimar, „die Klassikerstadt repräsentiert deutsche Geschichte – auf kleinem Raum, aber mit weltstädtischer Größe“ so heißt es in einem Reiseatlas. Wir hatten das Glück, während des öffentlichen Stadtrundgangs einen sehr belesenen Stadtführer zu haben. Er sparte nicht mit Anekdoten und unterhaltsamen Details aus dem reichen Fundus Weimarer Stadtgeschichte, während er uns über den Marktplatz, vorbei am Ginkgobaum in den Ilmpark mit Goethes Gartenhaus, zum Liszthaus, zu Goethes Wohnhaus am Frauenplan, durch die Schillerstraße zum Schillerhaus und zum Theaterplatz mit dem Goethe-Schiller-Denkmal führte. Eine Besichtigung des Goethe- bzw. Schillerwohnhauses lohnte sich auf alle Fälle und das „Weimar Haus“ bot Bildung, Erlebnis und Unterhaltung zugleich. Wenn man schon auf Goethes Spuren ist, muss man auch in Ilmenau auf „Goethes Wanderweg laufen. „Anmutig Tal, du immergrüner Hain“- so hat Goethe 1783 die Lage des Städtchens Ilmenau beschrieben. 3 km entfernt ist der „Kikelhahn“, auf dessen Gipfel in 861m Höhe ein markanter Aussichtsturm steht. Bekannt wurde dieser Berg durch Goethe, der hier oft weilte und wanderte und 1780 Wanderers Nachtlied: „Über allen Gipfeln ist Ruh..“ an die innere Bretterwand der Schutzhütte (heute Goethehäuschen) schrieb.

Auf unserem Programm standen noch die „Saalfelder Feengrotten“, die im Guinness-Buch der Rekorde stehen, weil die Natur sie zu den farbenreichsten ihrer Art auf der ganzen Welt werden ließ. Sie sind zugleich ein eindrucksvolles Zeugnis des mittelalterlichen Bergbaus von Alaunschiefer. Seit der Eröffnung 1914 wurden sie von fast 18 Millionen Besucher aus aller Welt bewundert. Der Höhepunkt unseres Besuchs in dieser Tropfsteinhöhle war ein faszinierendes Licht- und Musikspiel vor der malerischen Kulisse des Märchendoms. Am Tag der Heimreise ging es noch einmal hoch hinaus - auf den „Baumkronenpfad“ im Nationalpark Hainich. In einer Höhe von 10 m bis auf die Wipfelhöhe von 25 m Höhe führt ein 550 m langer Pfad in und über die Baumkronen und gewährt einen tiefen Einblick in das „Ökosystem Baumkronen“. Vom Dach des Baumhauses in 42 m Höhe wurden wir mit einem weiten Blick über das Thüringer Becken belohnt.

Fast hätte ich es vergessen – Schloss und Park Altenstein – ein Fleckchen in Thüringen, in das wir uns alle verliebt haben und wo wir einen ganzen Nachmittag richtig abschalten konnten und einfach nur die schöne Landschaft auf uns einwirken ließen. So viel in so kurzer Zeit zu erleben, hatten wir beim Antritt unserer Reise nicht erwartet.

Alles hat gestimmt: die Ziele, die Gruppe, die Unterkunft, das Wetter! Danke, Hans und Ilse Rampelt.
 

                      


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