die Siebenbürgische Zeitung schrieb

 

Naturparadies „HOHE TATRA"
 

Sieben unvergessliche Tage erlebte die Reisegruppe, die sich am 1. Juli auf die Fahrt in die Hohe Tatra begab. Nach vielen Regentagen schien endlich die Sonne, und dieses herrliche Wetter blieb uns die ganze Woche erhalten.

Über Passau und Wien ging es nach Pressburg/Bratislava, der Hauptstadt der Slowakei. Wir checkten im Hotel „Chopin“ ein. Am nächsten Morgen zeigte uns Stadtführerin Maria, während einer Rundfahrt ihre Stadt mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten: Martinsdom, in dem von 1563-1830 die Könige des Königreichs Ungarn aus dem Hause Habsburg gekrönt wurden, das Michaelstor mit dem 50 m hohen Turm, Primatialpalais, Grassalkovich Palais, Nationalmuseum, Franziskanerkirche. Wir schlenderten durch die Altstadt mit ihren romantischen Gassen und Plätzen, den alten Villen mit den schmucken Innenhöfen und typischen Brunnen. Aus einem Gullyschacht überwachte „Cumil“(der Gaffer) das geschäftige Stadtleben. Natürlich wäre noch viel zu erwähnen, alles begleitet von den geschichtlichen Ausführungen oder Anekdoten der Reiseleiterin. Von der Burg aus, dem Wahrzeichen der Stadt, hatten wir einen wunderbaren Blick über die Stadt an der Donau mit der Neuen Brücke, an deren höchstem Punkt sich das „Ufo-Restaurant“ befindet. Unser Blick schweifte weiter bis Österreich und Ungarn, deren Grenzen von hier nicht weit entfernt sind.

Am späten Vormittag verließen wir Pressburg und fuhren in nördlicher Richtung durch die Slowakei über Tyrnau nach Piestany, dem bekanntesten Thermalbad des Landes. Nach einem kurzen Aufenthalt mit Mittagessen ging es weiter auf der landschaftlich sehr schönen Strecke mit vielen Burgruinen, vorbei am Liptauer Meer, hinauf in das Herz der Hohen Tatra, nach Strbske Pleso, dem bekanntesten Ferienort der Region.

Von hier aus hatten wir mit Reiseleiterin Rosana jeden Tag ein neues Ziel. Die Hohe Tatra ist der nördliche Teil des Karpatenbogens, eines der kleinsten Hochgebirge Europas (26 km) und liegt im Norden der Slowakei an der Grenze zu Polen. Die Hohe Tatra ist ein Nationalpark mit strengen Auflagen für Touristen. Vielleicht gibt es deshalb hier noch einige freilebende Braunbären. Der höchste Gipfel ist der „Gerlach“(2655 m). Während der Fahrt mit der Tatrabahn wies uns Rosana auf die Spuren der Naturkatastrophe von 2004 hin. Ein Orkan hatte riesige Fichtenwälder wie Zahnstocher umgeknickt. Aufgeräumt ist noch nicht alles, aber ein junger Mischwald hat nun die Chance heranzuwachsen und die Monokultur Fichte zu ersetzen. Was uns auf dieser Strecke auffiel, waren die zahlreichen Sanatorien für Erkrankungen der Atemwege. In Stary Smokovec stiegen wir in die Kabinenbahn, die uns auf den Hrebienock brachte. Während einer angenehmen Wanderung zum Wasserfall Studeny Potok konnten wir die herrliche Natur mit einer reichen Pflanzen- und Blumenwelt genießen. Auf dem Nachhauseweg überraschte uns ein kurzes Sommergewitter. Es war trotzdem schön.

Der nächste Tag führte uns in den Nationalpark Slowakisches Paradies im östlichen Teil der Tatra. Höhepunkt in diesem wildromantischen Park war die Dobschauer Eishöhle mit ihren bizarren Eisgebilden. Es ist die drittgrößte Eishöhle der Welt. Der Einstieg liegt in einer Höhe von 969 m, führt dann 70 m in die Tiefe. Sie ist 1483 m lang, zugänglich 475 m. Im „Großen Saal“ beträgt die Eisdicke 26,5 m. Es war kalt, aber beeindruckend. Interessant ist auch, dass diese Höhle 12 Fledermausarten als Winterschlafplatz dient.

Von hier ging es weiter in das Zipser Land, einem alten deutschen Siedlungsgebiet aus dem 12. Jahrhundert. Den Abschluss dieses erlebnisreichen Tages bildete die Zipser Burgruine, eine der größten mittelalterlichen Burganlagen in Europa. Nach Besichtigung des Museums fuhren wir mit dem Bus ins Hinterland, durch ein echtes Zigeunerdorf nach Leutschau, ein reizvoller Ort mit mittelalterlichem Zentrum. Wir waren beeindruckt von der im 14. Jh. erbauten Jakobuskirche mit ihrem fast 19 m hohen Altar aus Lindenholz. Auch zu dieser Stadt gab es von Rosana viel Interessantes zu hören.

Ein weiterer Höhepunkt unserer Reise war der Ausflug in den Pieniny-Nationalpark. Zuerst besuchten wir das Rote Kloster, ein ehemaliges Kartäuserkloster aus dem Jahre 1315, welches heute verschiedene Museen beherbergt. Anschließend erlebten wir eine gemütliche unterhaltsame Floßfahrt auf dem slowakisch-polnischen Grenzfluss Dunajec, Zeit zum Entspannen, die Seele baumeln zu lassen, die Schönheit der Natur und die Ruhe zu genießen. Zu Fuß oder mit Pferdekutsche, ging es dann zum Gasthaus am Fluss, wo wir zu Mittag unsern Hunger stillen konnten. Durchs Lublauer Hügelland mit den typischen Holzkirchen erreichten wir am Nachmittag das Dorf Zdiar. Unvergesslich bleibt der Besuch im Dorfmuseum mit goralischer Tracht, denn hier war eine „goralische Hochzeit“ geplant - gespielt von fünf Teilnehmern unserer Reisegruppe. Sie durften im Museum die schöne, bunte goralische Tracht anlegen. Die „Trauzeremonie“ war deutsch, aber getanzt wurde „Goralisch“, was ganz gut geklappt hat, wären da nur nicht die Schuhe der Braut so groß gewesen. Den Abend ließen wir ausklingen in einer „Koliba“ mit gutem Essen, Wein und Zigeunermusik.

Der vorletzte Tag der Reise führte uns nach Brünn/Brno in die mährische Metropole. Während einer Stadtführung lernten wir die Sehenswürdigkeiten dieser alten Stadt kennen, die im 13. und 14. Jh. ein bekanntes Handelszentrum war. Es gibt viele Denkmäler, welche die reiche Geschichte bezeugen: Burg Spilberk, St. Peter und Pauls Kathedrale, St. Jakobuskirche, St. Thomaskirche, Pestsäule, Altes Rathaus, Neues Rathaus sowie die Villa Tugendhat, das Hauptwerk der funktionalistischen Weltarchitektur, um nur einige zu nennen.

Am 7. Tag hieß es Koffer packen und nach Hause. Was bleibt, sind schöne Erinnerungen, gelebte Gemeinschaft und die Freude auf die nächste gemeinsame Reise. Unser Dank gilt Hans Rampelt für die Organisation.

von Susanne Weber

 


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