die Siebenbürgische Zeitung schrieb

 

„An der Nordseeküste, am norddeutschen Strand"
 

„Moin Moin!“ begrüßte uns Mariluise, nachdem sie in unseren Reisebus gestiegen war. Es war zwar morgens, aber „Moin“ heißt nicht „Guten Morgen“, sondern „Schön“ und stammt aus der christlichen Seefahrt.

Sicher haben Sie es erraten. Wir waren an der Nordsee, vom 20. bis 26. Juli 2014. Das Wetter war herrlich und Mariluise eine außergewöhnliche Reiseleiterin. An drei Tagen hat sie uns begleitet und uns die Besonderheiten und Schönheiten ihrer Heimat gezeigt. Unser „Strandhotel Dagebüll“ liegt, wie schon der Name sagt, direkt am Strand, das Meer so nah. Doch am Morgen war das Wasser weg. EBBE! Ebbe und Flut wechseln sich alle sechs Stunden ab. In jedem Augenblick verändert sich die Landschaft fast magisch. Das sich zurückziehende Meer lässt Krabben, Muscheln, Seesterne, Wattwürmer zurück und wenn man mit der Fähre unterwegs ist, kann man sogar Seehunde beobachten, die sich auf einer Sandbank sonnen. Das Glück hatten wir auch, als wir auf die Hallig Hooge fuhren.



 

Das Wattenmeer ist eine weltweit einzigartige Naturlandschaft und erstreckt sich entlang der deutschen und niederländischen Nordseeküste. Es ist seit dem Jahre 2009 UNESCO Weltnaturerbe - – die höchste Auszeichnung, die eine Naturlandschaft erlangen kann. Während unseren Fahrten hat uns die Reiseleiterin immer wieder gezeigt was Ebbe, Flut und Sturmflut im Laufe der Jahrzehnte geschaffen aber auch zerstört haben und wie die Bewohner das Land nutzen und sich vor Fluten schützen, wie sich Pflanzen und Tiere an die ständig wechselnde Landschaft anpassen. Sie erzählte uns von den vielen Zugvögeln (jährlich 10-12 Millionen), die auf der Durchreise im Wattenmeer rasten, weil sie hier viel Nahrung finden.

Doch die Nordsee hat viel mehr zu bieten, z.B Inseln. Für uns war Sylt geplant, die größte nordfriesische Insel, die Insel der Reichen. Unser Weg führte zunächst nach Dänemark, Gelegenheit für Mariluise uns etwas von der Geschichte der Dänen und Deutschen zu erzählen. Ihre Ausführungen waren wie immer sachkundig und humorvoll, dass man einfach zuhören musste. Reetgedeckte Häuser prägten das Landschaftsbild. Über die Insel Romo ging es dann zur Fähre, die uns nach List brachte. Mit dem Bus erkundeten wir die Insel Sylt mit ihren Kurorten Westerland, Kampen, Wenningenstedt, mit dem 40 km langen Weststrand; Sylt, wo 1920 der erste Nacktbadestrand eröffnet wurde. Wir fuhren durch das Gebiet der Wanderdünen und nach einem kurzen Aufenthalt in Westerland ging es mit dem Autozug über den Hindenburgdamm zurück nach Dagebüll.

Einmalig sind auch die Halligen. Heute erheben sich noch zehn Halligen aus dem Wattenmeer. Sie liegen mit ihren Warften nur wenige Meter über dem Meeresspiegel und deshalb herrscht hier auch mehrmals im Jahr „Land unter“. Das hat zur Entstehung der typischen Salzwiesen geführt. Die Hallig Hooge, die Königin der Halligen, erkundeten wir mit der Kutsche, weil es so im Programm war. Sicher wäre es schöner und intensiver gewesen zu Fuß zur „Hanswarft“ zu laufen. Hier erlebten wir „Land unter“ auf Großbildleinwand im Hooger Sturmflutkino (beeindruckend und beängstigend), dann besichtigten wir die kleine Halligkirche, die aus andern überfluteten Kirchen gebaut wurde und in der nach vielen Jahren im Juni wieder ein Kind getauft wurde. Leider war die Zeit zu kurz, um die Ruhe die salzige Meeresluft genießen zu können.

Unvergesslich bleiben auch die Besichtigungen in den Städten des Nordens: Schleswig mit dem wieder auferstandenen Barockgarten von Schloss Gottorf, dem St. Petri Dom mit dem einmaligen 12,60m hohen und 7,14m breiten Bordesholmer Flügelaltar mit über 400 filigran geschnitzten Figuren oder dem kleinen Fischerdorf außerhalb der Altstadt. Husum, die lebendige Hafenstadt an der Nordsee, die Heimatstadt des großen Dichters Theodor Storm, beherbergt das Nordseemuseum, das Schifffahrtsmuseum, das Theodor Storm – Zentrum, den „Tine-Brunnen“, den größten Wochenmarkt Nordfrieslands und vieles mehr.

Flensburg bleibt uns in Erinnerung mit seinen malerischen Höfen, jeweils nach einem Beruf benannt: Kaufmannshof, Künstlerhof, Blumenhof, Holmhof u.a. In Friedrichstadt konnten wir in einer entspannten Atmosphäre die Grachtenrundfahrt genießen, den sachkundigen und humorvollen Erklärungen des Steuermannes folgen und die Kulisse der alten Häuser mit Treppengiebeln auf uns wirken lassen - die Holländerstadt. Von hier ging es dann weiter zum Eidersperrwerk mit einem kurzen Aufenthalt und einem weiten Blick über das Meer.

Freitag war der vorletzte Tag unserer Reise, ein Tag zur freien Verfügung. Das Wetter lud zum Baden ein. Vor Ort war Ebbe. Also packten wir die Badesachen ein und fuhren mit der Fähre auf die Insel Föhr. Es wäre echt schade gewesen, hätten wir Föhr nicht gesehen! Wyk, ein sehr beschauliches Hafenstädtchen mit Sandstrand und typischen Strandkörben, Sonne und Meer – einfach genießen! Schade, dass es zu Ende war!

Es bleiben schöne Erinnerungen an das, was wir gesehen und erlebt haben, an die abendlichen Spaziergänge (nach dem guten Essen), auf dem Deich oder barfuß im Wattenmeer und an eine angenehme, lustige Reisegruppe. Fahrer Michael hat ein großes Lob verdient, ebenso Hans Rampelt, der die Reise organisiert hat.

von Susanne Weber

 


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