„Die Neckarauer Geschichte“
 

6 Tausend Jahre Neckarauer Geschichte
Das sind etwa 4.000 Jahre vor und 2.019 Jahre
nach dem Beginn unserer christlichen Zeitrechnung

Die Auen an der Mündung des Neckars in den Rhein waren bereits seit der Jungsteinzeit, d.h. um 4.000 v. Chr. und in den folgenden Zeiten immer besiedelt, wie Steinbeile, ein Bronzering und Siedlungsreste am alten Friedhof belegen.

Die Römer haben natürlich in diesem strategisch und militärisch wichtigen Fluss-Mündungsbereich auch ihre Spuren hinterlassen. Die Jupitersäule, Gräber und der Burgus als Vorposten des Kastells Alta ripa sind Funde aus der Zeit um 400.

Im 6. Jahrhundert siedelten die Franken in Hermsheim und in Neckarau wurde ein Königshof errichtet, von dem aus die Abgaben auf Weisung von Kaiser Karl dem Großen ins Kloster Altrip gebracht wurden. Die erste urkundliche Erwähnung von Neckarau erfolgt durch eine Urkunde König Ludwig des Deutschen aus 871, in der die Fischereirechte der villa Naucravia dem Reichskloster Prüm in der Eifel und seinem Vilialkloster Altrip zugesprochen wurden – der so genannte Klosterhof Neckarau hatte damals um das Jahr 900 rund 150 Einwohner.

In den folgenden Jahren ging Neckarau an das Hochstift Worms, an die Pfalzgrafen bei Rhein und wurde mehrfach auch an andere Herrschaften verpfändet. Im 15. Jahrhundert, als Neckarau zur Kurpfalz gehört, beginnen auch die Aufzeichnungen im Neckarauer Dorfbuch, mit ca. 500 Einwohnern, über die Pfarrei, das Neckarauer Gericht, die bäuerlichen Abgaben und die Gestellung von Kriegern. Mit unserer traditionellen szenischen Bühnendarstellung „Neckarauer-Historisches-Gänßzinnß-Mahl“ erinnern wir jährlich an diese Zeit der „Natural-Steuern“ an den Kurfürstlichen Hof.

Zur Zeit der Reformation und Gegenreformation hat Neckarau ca. 700 Einwohner und wird im 30 jährigen Krieg, mehrfach - wie auch die Festung Mannheim – von kaiserlichen und schwedischen Truppen erobert, ausgeplündert und verbrannt. Danach ist die Neckarauer Bevölkerung nur noch halb so groß, d.h. es leben in 70 Neckarauer Haushalten ca. 300 Menschen.

In der folgenden Zeit wir Neckarau von der Pest heimgesucht, die Herrschaftslinien und Religionszugehörigkeiten wechseln. In mehreren Kriegen – Französisch / Holländischer Krieg, Pfälzischer- und Polnischer Erbfolgekrieg sowie 2 Koalitionskriege – wird das „Insel-Dorf“ Neckarau von den Angreifern auf Mannheim – meistens der Franzosen – gerne als Hauptquartier benutzt; zu dieser Zeit leben in Neckarau ca. 900 Menschen. Zwei wichtige Erinnerungen haben wir aus dieser Zeit heute noch in Neckarau – das große Gemälde im Rathaus-Wappensaal „Kampf auf der Neckarauer Gießenbrücke“ das die Vertreibung der Franzosen aus Neckarau durch die Österreicher am 18. September 1799 zeigt und natürlich den „Franzosenweg“ am Rhein-Strandbad.
Unser Verein Geschichte Alt-Neckarau erinnert jährlich mit seiner „Franzosen-Suppe“ beim „Rosenmontag-Schmaus“ an diese Zeiten.

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts fällt Neckarau – nach Auflösung der „Kurpfalz am Rhein“ – an das Großherzogtum Baden. Neckarau hat in dieser Zeit 176 Häuser und 1154 Einwohner.

Mit der Industriealisierung werden mehrere Ortserweiterungen vorgenommen, die Gießenbrücke 1853 durch einen Damm ersetzt, die Eisenbahnlinien nach Heidelberg und Karlsruhe gebaut, Schulen eingerichtet, Vereine gegründet und 1889 das neue Neckarauer Rathaus eingeweiht, dessen Geburtstag wir heute hier feiern; Neckarau zählte damals 6.200 Einwohner und heute ca. 30. 000 (zu Neckarau gehören natürlich der „Almend-Hof“ und das „Niedere Feld“).

10 Jahre später lebten hier unter 11.204 Einwohnern, 689 ortsansässige allmendberechtigte Bürger. Am 1. Januar 1899, wurde dann die Eingemeindung von Neckarau nach Mannheim vollzogen, deren 115 jähriges Jubiläum wir heute hier ebenfalls feiern, sowie jedes 2. Jahr, d.h. auch am 21. Juni 2015 auf der Marktplatz-Bühne als „Neckarauer-Stadt-Hochzeit“, mit dem Dorf Neckarau als Braut und der Stadt Mannheim als Bräutigam, wozu wir Sie Alle jetzt schon sehr herzlich einladen.

In den folgenden 25 Jahren erlebte Neckarau einen großen Aufschwung durch Ausbau der Infrastruktur, Erweiterungen der Wohn-, Gewerbe- und Industrie-Gebiete, natürlich auch die Nöte und Folgen des 1. Weltkrieges, Neckarau und Almenhof hatten damals 20.328 Einwohner, 220 Gewerbetreibende und 28 Industriebetriebe.

Die schlimmste Zeit mussten die Neckarauer vor, im und nach dem 2. Weltkrieg durchmachen, mit Verfolgungen durch die Nazi, schweren Bombardierungen, 841 Kriegs-Gefallenen und 76 Toten durch Luft-Angriffe; die Bevölkerung war auf ca. 15.000 Einwohner zurückgegangen.

Ab 1946 erfolgte der Wiederaufbau der Wohngebäude, Schulen, Kirchen, des Gewerbes und der Industrie.
Das wirtschaftliche, soziale, kulturelle und gesellschaftliche Leben - in Neckarau, Almenhof und Niederfeld - wurde durch neue Wohngebiete, Arbeitsplätze, soziale Einrichtungen, Vereinsgründungen, Sport- und Kultur-Stätten bis heute erfolgreich und beispielhaft gestaltet. Neckarau wurde damit zum größten, schönsten, liebsten, wertvollsten und energiereichsten Vorort unserer Welt-Haupt-Stadt Mannheim!

Unser 125 Jahre altes „Neckarauer-Rathaus-Ensemble“ ist jetzt schon mit seinen Bürgerdiensten und Heimatmuseen ein vorbildliches Dienstleistungs- und Kultur- Zentrum und wird in den nächsten 5 Jahren zu einem barrierenfreien „Bürgerschafts-Zentrum“ ausgebaut!

Ich schließe mit dem Rathaus-Grundstein-Spruch „ Von diesem Haus soll gehen aus: Weiser Rat – wackre Tat – gute Saat! „

Diese „Kurz-Form“ der Neckarauer Geschichte soll sie natürlich anregen, unsere 9 Bücher und Bildbände zu kaufen und die reiche Neckarauer Geschichte nachzulesen!

von C. Helmut Wetzel
 

 


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