die Siebenbürgische Zeitung schrieb

 

Schicksalsjahr 1945 – Siebenbürger Sachsen am Scheideweg

 

Mit diesem Titel kam Studiendirektor a. D. Horst Göbbel, auf Einladung des Vorsitzenden der Kreisgruppe Heidelberg – Mannheim, Hans Holger Rampelt am 14. November nach Heidelberg – Wieblingen in den schönen Bürgersaal. Zahlreiche Mitglieder erwarteten den Eingeladenen, um manch Altbekanntes wieder zu hören, aber vielleicht auch Neuigkeiten die Vergangenheit betreffend, zu erfahren. Als Begleitung seines Vortrages präsentierte uns Horst Göbbel eine Power-Point-Serie mit Bildern und Texten, die seinen Vortrag anschaulich ergänzten. Noch vor dem eigentlichen Thema aber, wurde uns das Schicksal der nordsiebenbürgischen Sachsen aus Bistritz, Nösnerland und Reener Gebiet in Erinnerung gebracht, die noch während des Krieges 1941 auf der Flucht vor den voranrückenden Rumänen und Russen ihre Heimat verlassen mussten, um über Ungarn nach Österreich zu gelangen. Als selbst Betroffener, der 1944 auf der Flucht in Ungarn geboren wurde, war die Darstellung umso verständlicher. Heute erinnert in Bistritz ein groß angelegtes Denkmal an diese traurige Geschichtsepisode. In partnerschaftlicher Anstrengung haben die HOGs und die politische Gemeinde ein gutes Werk für die Zukunft geschaffen.

Zum eigentlichen Thema, wie in der Überschrift zu erwarten war, hat uns Horst Göbbel einen hochinteressanten Vortrag über das tragische Schicksal der Siebenbürger Sachsen nach dem zweiten Weltkrieg gehalten, dem die Zuhörer aufmerksam folgten. Einige unter ihnen hatten es damals hautnah erleben müssen, als im Januar 1945 die Deportation nach Russland Familien zerriss, oder  1952 ganze Familien in entlegenen Gebieten Rumäniens, weit entfernt vom heimatlichen Ort, eine Bleibe finden mussten, bei Verlust ihrer Habseligkeiten durch die Enteignung,  und einem größtenteils unmenschlichem Leben.

Der kräftige Applaus bewies, dass Horst Göbbel ein bemerkenswerter Redner mit viel Fachwissen ist. Entsprechend bedankte sich unser Vorsitzender bei ihm mit den Worten „solche Vorträge hört man selten“. Bei Kaffee und Gebäck, einem Gläschen Wein oder Saft gab es im Anschluss noch persönliche Kontakte. Es war ein Nachmittag der Erinnerung und Besinnung, auch an die heutige Zeit, in der es manchen Völkern leider ähnlich ergeht. 

von Ortwin Götz 

 


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