die Siebenbürgische Zeitung schrieb

 

Donaudelta im November

 

Nicht physisch befinden wir uns in dieser kalten Jahreszeit im Delta, sondern über einen Vortrag zum Thema „Das Donau–Delta: Mensch und Natur“ veranschaulicht mit großer Begeisterung von Prof. Dr. Erika Schneider (Karlsruher Institut für Technologie, Bereich Auen – Institut im Institut für Geographie und Geoökologie). Die lebendige Darstellung von Flora und Fauna, der Geologie und des Elements Wasser wurde uns derart nah gebracht, dass der Eindruck erweckt wurde als wären wir dort anwesend. Die Referentin war vom Kreisgruppenvorsitzenden Hans Holger Rampelt eingeladen worden auch aus der Überlegung, im kommenden Jahr eine Reise für die Mitglieder der Kreisgruppe zu planen. Der Vortrag sollte auch die Entscheidung, an der Reise teilzunehmen, erleichtern.

Pünktlich 15 Uhr am Samstag, dem 5. November, beginnt Erika Schneider vor vollbesetztem Saal ihren sehr interessanten Vortrag, begleitet von unzähligen projizierten Bildern. Da es um die Donau geht, sehen wir zuerst das Quellgebiet im Schwarzwald und erfahren, dass die Mündung dieses Flusses nach 2840 km auch wieder in einem schwarzen Wald endet, nämlich dem Caraorman, was zu Deutsch „Schwarzer Wald“ bedeutet. Ob es nun um die Danubia oder dem Danubius geht, da streiten sich noch die Gelehrten, so weiß man immer noch nicht, ob die oder der „Donau“ richtig sei. Der Fluss durchquert mehrere Länder und Landschaften, zwängt sich durch die Enge des „Eisernen Tors“, bzw. dem „Cazanpass“, fließt weiter durch flaches Land und bildet vor der Mündung ins Schwarze Meer ein fächerförmiges Gebiet, das Donau–Delta. Diese weit verzweigte Region offenbart sich als unschätzbares Naturschauspiel und ist von der UNESCO als geschütztes Biotop–Reservat anerkannt worden. Wir konnten schöne Bilder von Vögeln, Tieren, Sanddünen, Wasserarmen, Inseln, Seen, aber auch Ortschaften verschiedener Größe und Schönheit betrachten. Kein Wunder, ist doch Erika Schneider seit vielen Jahren dort aktiv gewesen und ist es auch heute noch, neben all ihren anderen Tätigkeiten.

Ob es nun Tulcea mit seinen knapp 100.000 Einwohnern oder Sulina ist, von beiden Ortschaften kann die Entdeckungsreise beginnen. Am besten mit einem dort ansässigen Fischer, der den Besucher mit seinem Boot durch die Faszination des Deltas begleitet. Vorbei an Kolonien von Rosa Pelikanen, Kormoranen, einzelnen Seeadlern, Silberreihern, Blauracken, Rothalsgänsen und anderen prächtigen Vögeln sieht man auch manch Tier wie den Europäischen Nerz, Fischotter, Wasserfrösche, Libellen, Sumpfschildkröten und andere mehr. Das Land zeigt sich sehr mannigfaltig in seiner Form und Beschaffenheit. Durch die öfter schwankenden Wassermengen gestalten sich Inseln, Seen, Wiesen, auf denen unterschiedliche Lebensarten ermöglicht werden. Es wachsen hier gelbe Teichrosen, Kleefarn, Wassernuss, auch entstehen mehrstufige Galeriewälder. Neu entstehende Uferwälle bescheren den Bewohnern kleine Gärten, die sie zu nutzen wissen.

Ein wichtiges Aufgabengebiet für diese seltene Region ist auch die Renaturierung, für die auch Erika Schneider ihren Anteil leistet. So ist es kein Wunder, dass wir von einer Expertin einen fundierten Einblick in das Donaudelta erhalten konnten und uns schon jetzt darauf freuen, das Gehörte und Gesehene im kommenden Jahr an Ort und Stelle bewundern zu können.

In der Pause gab es bei Kaffee, Kuchen und kalten Getränken noch lockere Gespräche untereinander, aber vor allem mit der Referentin, die gerne die zahlreichen Fragen beantwortete. Der Beifall bezeugte, dass die Anwesenden vollauf zufrieden waren mit den Darbietungen.

 

von M. und O. Götz 

 

 


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